Der Tag begann mit schwachem Ostwind, tief hängenden Wolken und einer Art Küstennebel, der das Umbauen der Winden auf die andere Seite etwas entspannte.

 

Steffen setzte den Streckenflug Runde 6 um 09:15 Uhr fort. Mit Michal Behensky am Heck reichte es aber für 24/24 in der sich doch schon entwickelnden Thermik über der Südseite.

In der ersten der zwei Reflight-Gruppen Desaster für die Japaner. Im ersten Start war der Schirm rausgefallen. Aber im zweiten wurde die Fahnenstange mit dem Bändchen zur Windanzeige nicht gesehen und der Flieger touchierte sie beim Abwerfen mit dem Flügel – mit spektakulärem Einschlag vor den Winden…

Weiter ging es mit Zeitflug Runde 6 um ca. 10 Uhr, in dem ich gleich in der ersten Gruppe dran war. Zwar wenig Wind, der naturgemäß zu geringer Starthöhe führt – aber es gab soviel Thermik, dass man sich darüber keine Gedanken machen musste. Diesmal mit der klaren Vorgabe einer Hunderter Landung und konzentriert tatsächlich eine 10:00/100.

Pascal und Steffen ließen bei den Landungen etwas Federn… Aber Johannes perfekt wie ein Uhrwerk mit 10:00/100.

 

Im kurz darauf begonnenen Speedflug Runde 6 war ich gleich als Fünfter nach Jürgen Pölzl dran. Mit sehr schwachem Wind um OSO und weit auseinander liegenden Bärten war es absehbar, dass der Startzeitpunkt eine Rolle spielen würde. Diesmal schien das Thermik-Glück endlich mal auf meiner Seite zu sein.

Beim Kreisen im Nordosten zunächst noch nicht so Steigen, aber weiter im Süden war der Flieger doch ein Stück hoch gekommen. Es wurde etwas knapp mit dem Einflug, aber noch 4 Sekunden Rest. Die erste Wende etwas unkonventionell nach innen – aber alle passten und der Flug war mit 14.31 s richtig schnell geworden.

Bernhard Flixeder kreiste dann ein Stück später auch, etwas näher am Kurs. Aber fand kein Steigen und kam zum Nachstart runter. Im zweiten Start ähnliche Höhe und er fliegt ihn: Flach zur ersten B und auch zurück zur A und mit guter Höhenreserve zur zweiten B. Aber der Kurs hält keine gute Luft bereit – eine 17.3.

Steffen machte einen schönen ersten Start und kreiste genau wie Bernhard direkt vor dem Kurs. Aber ob Steigen vorhanden ist, ist nicht klar erkennbar. Der zweite Start wieder ähnlich hoch und auch wieder Kreisen – diesmal könnte die Luft besser sein und er fliegt. Tatsächlich läuft der Flieger ganz gut, aber die Thermik scheint etwas weiter im Süden über den Zelten zu sein. Jedenfalls eine 15.86 – für die allgemein mauen Bedingungen immer noch sehr gut, da viele Zeiten eher um 17-18 Sekunden liegen, wenn es gerade nicht geht.

Johannes hatte im ersten Start eine gute Höhe und testete die Luft im Südosten kurz mit Kreisen an. Aber beim Zurückfliegen war ersichtlich, dass der Flieger gesunken war. Den zweiten Start auch noch mal kurz zum Kreisen genutzt und dann nah am Kurs eingeflogen – der Flieger lief gut und die letzte Wende war sehr knapp, aber insgesamt etwas weit unten: genau zeitgleich mit Steffen mit 15.86 s!

Die Mittagspause begann einen Tick später, aber war mit den Ragoufin-Törtchen wieder über die Maßen gut. Direkt danach nutzten wir die Gelegenheit für ein Gruppenbild der Piloten mit Fliegern – hier wurde die Internationalität des Events nochmal richtig deutlich ^^

Danach wartet jetzt der siebte und letzte Speed auf uns – in umgekehrter Reihenfolge der Platzierung dürfte das super spannend werden, da es mit Runde 6 nochmal einige Veränderungen des Rankings gegeben hat. Um 14:45 Uhr sind wir zum Briefing gerufen.

Zu Beginn des Speedflugs Runde 7 um 15 Uhr war der Wind nun wirklich fast komplett eingeschlafen und ein großes blaues Loch hatte sich über dem Platz aufgetan.

Pascal war der Erste von uns. Und machte seine Sache nach einem Nachstart richtig gut! Eine 16.50 war für die Bedingungen schon top!

 

[Die hier dann aufgetretene Unterbrechung in der Berichterstattung war dem Aufbau der Konzentration geschuldet und ist hoffentlich zu entschuldigen – es war doch irgendwie zu spannend geworden Richtung Schluss…!]

Johannes war unter den letzten 10 Piloten und hatte einen prinzipiell nicht schlechten Start. Allerdings war die Luft im Kurs erkennbar noch schlecht. Beim ersten Nachstart fiel der Flieger ganz unerwartet aus dem Seil, was bei allen einen kurzen Schreckmoment auslöste. Aber noch nicht kritisch mit der Rahmenzeit – und Johannes blieb ruhig und legte nach dem dritten Start eine schöne 15.64 hin.

Was dann, zumindest wohl bei den letzten Piloten, etwas mehr Stress und Anspannung ausgelöst haben könnte, war der sich andeutende Windsprung von SO auf SW. Die entfernt im Westen stehenden Windräder hatten plötzlich zu drehen begonnen und um 90 Grad geschwenkt. Und wir hatten, mehr aus taktischen Gründen, nur ein 1.0er Seil Richtung Westen liegen…! Aber es blieb bei einem leichten Zunehmen der sehr schwachen Südost-Strömung (von Wind kann man nicht wirklich sprechen) – und alle starteten weiterhin nach Osten.

Für Steffen ging es nun um den vierten, dritten oder zweiten Platz. Ob er nochmal nachstartete, weiß ich schon nicht mehr genau – aber die Luft im Kurs war eher mau und gab trotz sauberen Fluges, vielleicht mit minimaler Reserve an den Wenden, nicht mehr als eine 16.47 her.

Für mich als vorletzten Starter hieß es nun, ein bisschen zu riskieren, da zumindest nach den Hochrechnungen der dritte Platz wohl sicher war. Der Wind nach wie vor schwach, war der erste Start am dünnen Seil vielversprechend hoch – und der enge, wenn auch nicht super kurze, Flug mit 15.49 s gut schnell.

Bernhard musste nun verteidigen. Was ihm mit einem wieder knappen und ähnlich schnellen Flug von 15.64 s auch gelang! Damit schien für die Leute, die die Punkte schon gerechnet hatten,, klar zu sein, dass er es geschafft hatte, den Einzeltitel erneut zu holen – und wir konnten schon mal gratulieren. Aber warten wir bis morgen zur Siegerehrung, um das Ergebnis vollständig zu absorbieren und zu feiern!

Nachdem Erik den Wettbewerbstag beendet und wir noch den Helfern gedankt hatten, begann das große Packen. Alles musste irgendwie wieder in die Autos. Aber verblüffernderweise gingen die 3d-Tetris-Puzzle wieder auf 😉 Und wir hatten es sogar in etwa der einen Stunde geschafft, die noch bis zum Abendessen geblieben war.

Danach noch ein paar Kleinigkeiten – und nicht verbrauchte Seile (an dieser Stelle noch Danke an Heinz-Bernd Einck von EMC-Vega für die Unterstützung!) verteilen.

  

Aber nachdem der offensichtlich doch vorhandene Stress von uns abgefallen war, machte sich unvermeidlich eine gewisse Müdigkeit breit… Die aber nicht davon abhielt, die Woche nochmal etwas Revue passieren zu lassen und sich über die vielen Ereignisse, Erfolge und Misserfolge auszutauschen…

 
 

AH, 28.07.23

Freitag – Tag 5 und voraussichtlich bzw. doch schon Schluss
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